Die Suche 2022

The 2022 Search

von Mark Baigent

Es ist schon etwas komisch, dass wir uns ein Jahr weiterbewegt haben, aber dennoch fühlt es sich so an, als wäre keine Zeit der Welt vergangen.
Wir stehen immer noch an dem Punkt, an dem die Menschen meinen, ihre Freiheit sei eingeschränkt, dadurch dass wir auf uns alle schauen und uns solidarisieren sollten.

Wir stehen immer noch an dem Punkt, wo viele Menschen ihre Liebsten nicht sehen können und das bereits seit über 2 Jahren. Freundschaften zerbrechen an Frustration über die Weltsituation und an dem Egoismus anderer. Die Femizide in Österreich und der Welt nehmen zu und dabei sollen wir nun, am Ende dieses Jahres umdenken?
Eine Zeit, die zur Nächstenliebe und Besinnlichkeit aufruft. Ich will ja nicht den Teufel an die Wand malen, aber ich würde sagen "geh scheißen".

Ich nehme an, es gibt viele Posts und Artikel, die zum Ende des Jahres erscheinen, in denen an die Menschen appelliert wird, innezuhalten (wenn ich das schon höre!) und an andere zu denken. Meistens stammen diese Aussagen dann von Großkonzern-, politischen oder religiösen – männlichen – Oberhäuptern, die sich ebenfalls Privatjets auf südländische Inseln oder Afrika leisten können. Also Tipps von Menschen, die halt wissen, wie die Weltanschauung richtig ist.
Seid doch mal ein bissl besinnlich, heast.

So, wenn du nun bis hierher gelesen hast und dir denkst "Okay wow Mark, lass es raus, aber schon etwas negativ, oder...?"
- Dann stell dir vor, du bist auf einer Insel und sowohl deine leibliche als auch deine Wahlfamilie ist zur linken und rechten Seite der Welt von dir entfernt. Über 11 000 km weg. Es ist frustrierend, um es milde auszudrücken. Es ist scheiße. Und so geht es mir.

Doch was kann ich tun, um das alles erträglich zu machen? Was können wir verändern, um die richtigen Schritte in Richtung 2022 zu tun? Die Wahrheit ist, dass ich eigentlich keine Antwort auf diese Frage habe und ich es auch satt habe, mich immer zu verändern. Aber durch Veränderung kommt halt auch die persönliche Entwicklung und dann kann man solche Blogposts schreiben, wie ich es gerade tue. Weil man schon ein bissi länger auf dieser sch...önen Erde lebt.

Es ist interessant für alle, die mich nicht persönlich kennen. Ihr würdet denken, dass ich Weihnachten gar nicht feiern würde bzw. gar verabscheuen.
In einer Weise trifft das auch zu, aber für mich war Weihnachten immer ein Fest der Familie. Familie, die die meisten in diesem Jahr nicht direkt haben. Das Konzept des Zusammenkommens und sich gegenseitig zeigen, dass man einander wertschätzt, finde ich eben doch gut. Und im Winter, wo es nochmal schwerer ist, jede Art von Wärme zu spüren (außer in Bali – pause for LOL), macht es ebenfalls für mich Sinn.

Besonders in der Weihnachtszeit ist die Distanz und Weltsituation schwerer für mich zu ertragen, jedoch habe ich tolle Menschen um mich, die zu meiner Familie geworden sind. My Bali Family :)
Wir haben den Baum zusammen geschmückt, die Kekse gebacken und den Glühwein getrunken. Meine Freundin May hat letzten Samstag beim Glühweinabend zu mir gesagt, dass sie gar nicht mehr weiß, wann sie das letzte Mal so entspannt war und ihre Sorgen vergessen konnte, für einen Abend.

Appelliere ich jetzt auch an euch, umzudenken? Euch zu besinnen?

Die Definition von Appellieren ist, mit Nachdruck etwas Bestimmtes in jemandem ansprechen, es wachzurufen, herauszufordern oder suchen.
Der letzte Teil davon gefällt mir. Die Suche.
Ich fühle mich, als wäre ich 2021 auf einer Suche gewesen, die aber bei weitem noch kein Ende genommen hat, sie wird 2022 weitergehen und mich an neue Orte bringen, mir neue WegbegleiterInnen bringen, mir neue Herausforderungen in den Weg stellen, mich UR anzifm, mich glücklich machen – aber mit Sicherheit auch mich meinem Ziel ein Stück weit näher bringen (nein, niemand weiß, was das Ziel ist).

Versuchen wir vielleicht einmal das, was wir so gerne für uns behalten wollen, auch zu teilen und das, wovon wir glauben, es sei unser alleiniges Recht, zu hinterfragen.
Ich appelliere an uns alle, auf die Suche zu gehen und das, was wir am Weg finden, mit unserer Community und Family zu teilen.

Mit lieben Neujahrsgrüßen aus Bali,

-Mark

 

1 Kommentar

  • Write more often so intensely (if you find the time 😉). It’s inspiring for us and I bet it is a temporary relief for you. Have a loving, peaceful, free and inspired 2022. 💛

    Johannes Dowit -

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